Gesundheit Kinder

Kein Karies durch Xylit

26. November 2015

 

Xylit

(korrekter Xylitol) ist ein Zucker, der die grandiose Eigenschaft besitzt, dass er von Karies- verursachenden Bakterien (Streptococcus mutans) nicht verstoffwechselt werden kann, diese dadurch in ihrem Wachstum hemmt und „aushungert“. Eine regelmäßige Verwendung Xylithaltiger Produkte (Zahncremes, Kaugummis, Lutschbonbons, xylithaltige Backwaren) oder direktes Zähneputzen mit Xylit senken die Streptokokken-Anzahl in der Mundhöhle selbst noch bei Erwachsenen und verhindern nicht nur das Entstehen von Karies sondern zusätzlich das Anlagern der Bakterien am Zahnschmelz, weshalb eine deutlich reduzierte Plaquebildung beobachtet werden kann.

 

Auch für Schwangere und junge Mütter ist Xylit empfehlenswert

Babys werden mit einer sterilen Mundhöhle geboren. Mütter, die Xylit konsumieren, haben in ihrem Speichel eine so niedrige Streptokokken-Dichte, dass das Risiko für eine Übertragung der Bakterien auf das Kind (z.B. durch Küssen, gemeinsames Nutzen von Besteck etc.) deutlich geringer ist. (siehe finnische Studie aus dem Jahr 2000 (»Journal of Dental Research«, Band 79(3), Seiten 882 bis 887)

 

Ja, aber wie schmeckt das denn?

Xylitol selbst hat eine ähnliche Süßkraft wie gewöhnlicher raffinierter Haushaltszucker bei einer gleichzeitig geringeren Kalorienanzahl. Da er nahezu insulinunabhängig verstoffwechselt wird, ist er ebenso für Diabetiker geeignet. Der Zucker ist gut verträglich, kann jedoch in höheren Dosen abführend wirken. (In unserer Familie gab es bisher keine Probleme) Wird Xylit zum Backen verwendet,können sich die Backeigenschaften ändern (Zunahme der Backzeit).

 

Herstellung

Xylit wird auch als „Birkenzucker“ bezeichnet, da er in deren Rinde vorkommt. Er ist jedoch auch in anderen Holzarten und in geringen Mengen unter anderem in Himbeeren, Pflaumen oder Mais enthalten. Aktuell werden für die Herstellung Xylan-haltige Pflanzenmaterialien (u.a. Rinde, Holz oder Maiskolbenreste) verwendet. Da bei der Gewinnung von Zellstoff aus Holz auch große Mengen Xylose als Nebenprodukt anfallen, muss kein Baum zusätzlich gefällt werden und alles kann nachhaltig verwertet werden. Eine Herstellung aus Mais kann ebenso erfolgen, ist jedoch aufwendiger.

 

Xylit für Kinder

In einigen Artikeln im Internet wird empfohlen Säuglingen und Kleinkindern kein Xylit zu geben, da sie dieses wohl nicht optimal verstoffwechseln könnten. Ich kann dies nicht bestätigen. So haben wir unserer Tochter von klein auf nach dem ersten Zahndurchbruch die Zähne mit einer Xylit-haltigen, Fluor-freien Zahnpasta geputzt und seit einem Jahr bekommt sie fast täglich ein Xylit-Lutschbonbon (z.B. erhältlich beim Regenbogenkreis). Ihre Zähne sind kerngesund ohne schwarze Flecken. Unverträglichkeiten traten nie auf.

Ein Kind, das so in Verbindung mit einer gesunden Ernährung aufwächst, kann (nach meiner Wahrnehmung und aktuellen Erkenntnisstand) praktisch NIE Karies entwickeln.

 

Warum kennt kaum jemand Xylit?

Bereits seit über 40 Jahren (!) ist die antikariogene Wirkung des Xylitols bekannt. In den Turku-Zuckerstudien von 1972 und 1975 konnten finnische Wissenschaftler eine signifikante Kariesreduktion in der Xylitolgruppe um 85 Prozent belegen. Bis heute sind hunderte Studien zur Wirkung von Xylitol veröffentlicht, ohne, dass diese sensationelle Entdeckung der Bevölkerung nahegebracht wurde.

Da Xylit als natürliche Substanz nicht patentiert werden kann, können Konzerne es nicht kommerziell mit einer überteuerten Gewinnmarge nutzen. Neue Studien werden seitens der Pharmaindustrie nicht mehr unterstützt. Werbung über Xylit wird es in den Massenmedien oder einschlägigen Zahnarzt, Arzt- oder Apothekerzeitschriften daher extrem selten oder gar nicht geben.

Ich habe weder als Schwangere beim Frauenarzt, noch beim Kinderarzt und schon gar nicht beim normalen Zahnarzt(!) hierzu irgendwelche Informationen erhalten (der einzige Lichtpunkt diesbezüglich war mein letzter auch naturheilkundlich-tätiger Zahnarzt). Die meisten Eltern sind ahnungslos.

Obwohl der protektive Effekt von Xylit in den Fachkreisen der Zahnärzte und auch der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde bekannt ist, findet keine vom Bundesministerium für Prävention und Gesundheit unterstützte Aufklärungs-Kampagne statt. Es scheint, als ob niemand der oben genannten Institutionen überhaupt ein Interesse daran hat, eine Bevölkerung mit kariesfreien Zähnen zu betreuen: Ohne Karies kein Bohren, keine Füllungen, keine Einnahmequelle.

So wird seitens der Ärzte, Krankenkassen und seitens der Kindergärten und Schulen immer wieder aufs Neue propagiert, das Kind zu zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zu schicken, um frühestmöglich Karies erkennen und „behandeln“ zu können.

 

Zahngesundheit im Kindergarten

Beim Elternabend im Kindergarten werden Bonushefte für den Zahnarzt verteilt, mit dem Hinweis, dass wenn alle Kinder sich beteiligen, die Gruppe an einem ” Gewinnspiel” teilnehmen kann. Mein Mann fragte bei dieser Gelegenheit, ob der Kindergarten schon dabei etwas gewonnen hätte. „Einmal einen Ball“ war die Antwort. Er hat das Bonusheft schließlich demonstrativ abgelehnt.

Unser Kindergarten bekommt einmal im Jahr Besuch von einem (wirklich netten)Zahnarzt, welcher die Wirkung von Xylit aber leider ebenso wenig zu kennen scheint, wie 90% der Eltern. Dabei gibt er allen Kindern Elmex-Zahncreme mit einem hohen Fluor-Gehalt. Als meine Tochter dann länger im Kindergarten bleiben wollte, habe ich ihr unsere Zahncreme mitgegeben, mit der Bitte, diese zum Zähneputzen nach dem Mittagessen zu verwenden. Soweit war alles gut, bis die Erzieherin vor 7 Wochen auf mich zukam und meinte „ dass das nicht mehr ginge, ich solle unsere Zahncreme wieder mit nach Hause nehmen“. Auf meine Nachfrage meinte sie dann, dass „die anderen Kinder auch diese Zahncreme nehmen möchten“. Ich antwortete daraufhin, dass ich kein Problem habe, wenn die anderen Kinder der Gruppe ebenso mit der Xylit-haltigen Creme putzen, es wäre ja sogar zu deren Vorteil. „Nein. Das geht nicht. “ Warum, konnte sie mir leider nicht beantworten.

So hat der Kindergarten keine „Exklusiv-Verträge“ mit dem Zahnarzt und dürfte demzufolge jede Zahncreme verwenden. „Wir sind doch froh, dass er uns die Tuben für alle Kinder mitbringt.“ Ich vermute, es ist wie immer eine Kostenfrage.

Obwohl ich gemerkt habe, dass teilweise sogar die Erzieher über die antikariogene Wirkung des Xylits wissen, gibt es weder einen Aushang darüber im Kindergarten noch ausliegendes Informationsmaterial, abgesehen von den Informationen der Zahnärztekammer. Die Erzieher sind durch Personalmangel und ihrem organisatorischen Alltag jedoch auch gar nicht in der Lage, sich auch noch zusätzlich mit diesem Thema zu befassen und verlassen sich auf die althergebrachten Meinungen.

Ich bin mir sicher, dass es genug Eltern gäbe, die dem Kindergarten die Zahnpasten in Eigeninitiative schenken würden, wenn sie nur darum wüssten.

 

Fazit

Es ist wirklich einfach bei Kindern mit dem Lutschen Xylit-haltiger Bonbons, der Verwendung Xylit-haltiger Zahncreme (oder reinem Xylit zum Zähneputzen) in Verbindung mit einer gesunden Ernährung und ordentlicher Zahnhygiene (damit meine ich nicht das gedankenlose Schrubben nach jeder Mahlzeit) der Entwicklung von Karies vorzubeugen und ihnen den Gang zum Zahnarzt und die Schmerzen beim Bohren zu ersparen. Sicherlich sind Xylit- Produkte zunächst teurer, aber im weiteren Verlauf des Lebens ist deren Effekt unbezahlbar.

Empfehlungen:

Regenbogenkreis - kraftvolle Produkte

 

Achtung!

Für einige Tiere (u.a. Hunde) ist Xylit gefährlich! Ihnen fehlt das abbauende Enzym und bereits kleinste Dosen können zu starker Stoffwechselentgleisung (bis zum Koma) führen. Unser Hund nimmt allein glücklicherweise nichts vom Tisch, aber wir achten penibel darauf, keine Xylit-haltigen Plätzchen o.ä. herumliegen zu lassen. Beim Kuchen-Essen herabfallende Krümel werden immer aufgekehrt. Mit kleinen Maßnahmen ist es also kein Problem, auch in einem „Hunde“-Haushalt Xylit als Zuckerersatz zu verwenden, vorausgesetzt der Hund ist gut erzogen und nimmt sich kein Essen eigenmächtig.

 

UPDATE 2.2.2016

Aufgrund der großen (und was mich freut sehr positiven) Resonanz sind einige Fragen zu Aspekten aufgetreten, denen ich im obigen Artikel keine oder wenig Beachtung geschenkt habe und ich möchte hier nun weitere Informationen anführen.

JEDER MENSCH IST INDIVIDUELL und Unverträglichkeiten (Magenbeschwerden, Blähungen, Durchfall) kann es IMMER geben. Ein übermäßiger Konsum von Zucker oder Zuckerersatz ist immer schädlich. Jeder sollte es für sich ausprobieren und genau auf seinen Körper achten. Besonders wenn jemand eine chronische Darmerkrankung oder auch einen Reizdarm hat, kann es durch die Einnahme von Xylit in höheren Dosen zu vermehrten Durchfällen und Bauchschmerzen kommen.

Wenn ich meinem Kind ein Xylitbonbon gebe und merke, dass es dadurch Durchfall bekommt, sollte ich es sofort absetzen. Ich könnte hier dann nur mit Xylit die Zähne Putzen lassen (z.B. abends ) und alles wieder ausspucken. Dann ist der antikariogene Effekt für die Zähne auch gegeben.

Xylit wird häufig aus GVO Mais hergestellt und in China produziert, diese Produkte sollte man dann nicht kaufen. Der Xylit Zucker von Regenbogenkreis oder Xucker ist Gentechnik-Frei und meist aus Finnland.

Es wäre noch zu beachten, dass Xylit einem industriellen Herstellungsprozess unterliegt. Er ist in meinen Augen “gesünder” als unser herkömmlicher Zucker, aber den “Super-Gesunden-Zuckerersatz” gibt es meiner Wahrnehmung nach nicht (alles ist ja irgendwie einem chemischen oder physikalischen Herstellungsprozess unterzogen, auch Ahornsirup und Agavendicksaft z.B.). Der beste Zucker ist gar kein Zucker, dies gilt auch für Zuckerersatz. Seit wir in unserer Familie Industriezucker nicht mehr verwenden, sind wir viel sensibler für den süßen Geschmack geworden. Bei Kuchenrezepten reduziere ich die im Rezept stehende Weißzucker-Menge generell meistens schon auf die Hälfte und nehme dann Xylit pur oder Xylit mit Vollrohrzucker als Ersatz. Funktoniert bei uns sehr gut.

Generell nehme ich Xylit im Alltag weniger als Zuckerersatz, sondern v.a. in Zahncreme oder Bonbons weil er Karies verhindert.

Weiterhin habe ich in der Ausgabe 38 der Pharmazeutischen Zeitung von 2007 (!!!) folgende Aussage von Professor Dr. Christian Hirsch von der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde gefunden:

” »Die Studiendaten sind zuverlässig . Nicht alle Schwangeren kauen Kaugummi, und xylithaltige Produkte sind teuer«, sagte Hirsch. Trotzdem hält er es für sinnvoll, die Information breit zu streuen, »damit möglichst viele Kinder von der Wirkung von Xylitol profitieren«. ”

In meinen Augen ist es absolut unverständlich, dass heute fast jeder (Kinder-)zahnarzt weiter Elmex und Aronal verschreibt und Xylit oft garnicht erwähnt. Meines Erachtens liegt hier Fahrlässigkeit vor, auch seitens der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, schließlich hätten längst Kampagnen in Kindereinrichtungen diesbezüglich auch von staatlicher Seite durchgeführt werden können, um Eltern und Betreuer zu informieren.  Obwohl die wissenschaftliche Studienlage mehr als eindeutig ist, scheinen es einige Zahnärzte ebenso wirklich nicht zu wissen. Kein Arzt oder Zahnarzt schädigt absichtlich seine Patienten oder enthält ihnen bewusst gesunde Alternativen vor . Eltern und Zahnpatienten könnten (ohne Beschuldigungen und Vorwürfe) dennoch das Gespräch mit ihrem Zahnarzt suchen. Diesbezüglich habe ich hier noch zwei Links von Dr. Ulrich Bruhn eingefügt, der selbst Zahnarzt ist und mit Xylit nicht nur im Eigenversuch, sondern auch bei seinen Patienten große Erfolge erzielte:

//www.apothekestockdorf.de/wissenswertes/mit-xylit-gegen-karies-und-parodontose

 

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