Arbeit und Berufung Persönlichkeit

Versteckt Euch nicht !

9. Januar 2016

Wir alle haben uns durch die alten Strukturen von unserem wahren Sein entfernt. Spätestens seit der Schulzeit begannen wir, uns zunehmend zu verstellen um den äußeren Erwartungen und Bewertungen zu entsprechen. Mit jedem weiteren Jahr taten wir immer mehr Dinge, um im Leistungsdruck „mithalten“ zu können und unseren wahren Kern zu verstecken. Meist waren dies Dinge, die uns keinen Spaß machten (z.B. das „Büffeln“ von Schulstoff  dem jeglicher Lebensbezug fehlte) und die nicht unserer eigenen Wahrnehmung und Wahrheit entsprachen (für gute Noten sollte ein Gedicht besser immer nur so interpretiert werden, wie der Lehrplan es vorsah). Was in der Schule zunächst subtil und scheinbar harmlos begann, setzte sich über die Jahre auch im Familien- und Berufsumfeld unbemerkt fort und fütterte unser Unterbewusstsein mit trügerischen Glaubenssätzen und Fehlinterpretationen. Wir glaubten, nur wertvolle und „gute“ Menschen für diese Gesellschaft zu sein, wenn wir hart arbeiten, Leistung bringen, viel konsumieren und strengstens alle Regeln befolgen.

Doch irgendwann hielten wir inne. Unsere innere Stimme meldete sich. „Hey- eigentlich hast du dir dein Leben doch anders vorgestellt?“  Meist waren es unsere Kinder, die uns die Augen öffneten. Und wir begannen zu hinterfragen und zu reflektieren.  „Wann bin ich von MEINEM Weg abgekommen, weil ich blind anderen folgte?“

Natürlich sind wir NIE wirklich vom Weg abgekommen. Alles hatte seinen Sinn.

Ich MUSS ein Teil der alten Strukturen gewesen sein, Ich MUSS die dadurch generierten Ängste SELBST gespürt haben, um nun anderen Menschen helfen zu können.

Erst als ich SELBST in der Patientenrolle war, konnte ich die Dramatik, die Zweifel und das Gefühl des Ausgeliefert-Seins spüren. Vorher war mir dies nicht bewusst. Ich stand als Ärztin auf der „anderen Seite“ und hatte keine Anbindung dazu.

Als ich innehielt und mich für das „Mehr“ in meinem Leben öffnete, nahm ich meine  innere Stimme immer klarer und deutlicher war- und folgte ihr. Ich veränderte mich. Vielen Menschen in meinem Umfeld war dies suspekt und sie begannen mir Vorwürfe zu machen. Da bin ich gegangen.

Nach der Geburt meiner Tochter war für mich klar, dass ich nie wieder als Ärztin so arbeiten wollte, wie ich es bisher getan hatte. Was ich stattdessen machen wollte, wusste ich nicht- und ich widmete mich zunächst mit Begeisterung meiner „Mutter und Hausfrau“-Rolle und begann zu lesen. Viel zu lesen. Nebenher belegte ich Webinare mit spirituellem Hintergrund. Das Kind wurde größer, doch ich wusste nicht wirklich, wie ich mich beruflich verändern wollte. Einerseits wollte ich gerne wieder mit Menschen arbeiten, doch andererseits fand ich hunderte Gründe, dies nicht zu tun.

Immer wenn ich genau spürte „Ja, das will ich machen.“  schossen gleichzeitig so viele Ängste und Zweifel in meinem Bewusstsein hoch, dass ich nicht fähig war, auch nur einen Schritt vorwärts zu gehen.

„ Ich bin unbedeutend, wozu brauche ich da eine Homepage? Ich bin nicht hübsch genug. Ich kann doch keine Videos auf Youtube machen. Was denken da bloß die anderen? Meine Zähne sind doch jetzt schief. Meine Stimme find ich blöd. Meinen Blog liest doch eh keiner. Da sind doch schon so viele andere im Netz, die was Ähnliches machen…“

Ich versteckte mich, igelte mich ein. Traute mich nicht. Warum? Weil ich Angst vor dem Urteil und der Bewertung von außen hatte. Weil ich Angst hatte, nicht gut genug und nicht wertvoll genug zu sein, so wie ich bin. Doch als ich mich dieser Angst stellte, merkte ich, dass da noch etwas anderes war: Ich hatte Angst vor meiner eigenen Größe.

Jahrelang lief ich anderen hinterher und plötzlich habe ich Angst davor, dass andere mir folgen könnten. Dass sie mir folgen, weil sie meine Informationen als wertvoll betrachten.

Vielen von Euch, die dies lesen, geht es ähnlich. Ihr seid neue Wege gegangen und versteckt Euch dennoch weiter, bleibt im Verborgenen, wollt nicht gesehen werden.  Doch dient Ihr damit weder Euch selbst, noch der Gemeinschaft.

Spirituell gesehen, leben wir in einer „Zeitenwende“. Immer mehr Menschen erwachen und hinterfragen ihr Leben und die alten Strukturen. Sie hinterfragen die Ernährungsweise, das Schulsystem, die Kleinkinder-Betreuung, unsere Vorstellung von Geburt und Tod. Sie hinterfragen das Finanz- und Wirtschaftssystem. Sie beginnen zunehmend alle Bereiche ihres Lebens zu hinterfragen.

Wie könnt Ihr da glauben, dass Eure Informationen und Angebote nicht wertvoll wären (egal welchen Bereich sie betreffen)? Dass sie anderen nicht helfen könnten, neue Wege zu gehen?

Ihr seid wichtig, jeder auf seine einzigartige Art und Weise.

Also stellt Euch Euren Ängsten und alten Glaubenssätzen. Kommt heraus aus Euren Höhlen und versteckt Euch nicht mehr.

 

„Unsere tiefste Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst besteht darin, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.
Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst.
Dich klein zu machen, nur damit sich andere um Dich herum nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns ist, zu manifestieren.
Sie ist nicht nur in einigen von uns.
Sie ist in jedem Einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen, geben wir damit anderen unbewusst die Erlaubnis, es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.“

(Zitat aus dem Buch “A Return to Love“ von Marianne Williamson)

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