Ernährung Gesundheit

Über Supermärkte und Sparkassen-Stände

15. Dezember 2015

Am Wochenende waren wir seit langer Zeit wieder in einem sehr großen Rewe Supermarkt. Bereits beim Hineingehen fiel mir auf der rechten Seite ein Stand der Sparkasse auf, an welchem zwei Mitarbeiter Werbung für Finanzdienstleistungen machten. Ich ging vorbei ohne hinzusehen, da ich keinerlei Interesse daran hatte. Meine Tochter lief 2 m hinter mir. Plötzlich merkte ich, wie sich der Abstand zu meinem Kind immer mehr vergrößerte und so drehte ich mich herum. Hier sah ich wie der Sparkassenmitarbeiter hinter meinem Rücken mein Kind direkt ansprach und ihr ein Traubenzuckerbonbon „ andrehen“ wollte. Ich war darüber verärgert und habe sehr laut und deutlich gesagt: “Nein, nichts Süßes!!! Ich würde Sie bitten, erst die Eltern zu fragen!” Der Mann sah mich total entsetzt an und wusste mit der Heftigkeit meiner Reaktion zunächst nicht umzugehen. Er legte den Traubenzucker sofort wieder auf den Tisch zurück und ich nahm meine Tochter an der Hand um zum Eingang des Supermarkts zu gehen. Es mag sein, dass viele Eltern meine Reaktion übertrieben finden. Aber auch der Traubenzucker (egal ob hier, beim Friseur, im Schuhladen oder beim DM) gehört zu den Zuckern, die der Körper nicht optimal verwerten kann. Weiterhin finde ich es unangebracht, wenn die Kinder überall und zu jeder Zeit Zucker angeboten bekommen. Zu Recht gilt Zucker mittlerweile schon als Droge. Alle Kassierer und auch der Mann am Sparkassenstand machen dies allerdings unbewusst, entweder weil sie es so machen sollen oder weil sie es selbst nicht anders kennen. In dem Moment wo ich anders reagiere und sie darauf aufmerksam mache, dass ich es nicht wünsche wenn sie Süßes an meine Tochter verteilen, gebe ich Ihnen die Möglichkeit über ihr eigenes Verhalten nachzudenken und vielleicht sogar dieses Muster zu hinterfragen.

Im Rewe selbst ist mir dann wieder der Konsum-Wahn bewusst geworden. Große Hallen mit übervollen Regalen, in jedem Bereich unzählige Marken für ein Produkt und dennoch finden sich für uns extrem wenige Lebensmittel mit unbedenklichem Inhalt. Und das, obwohl auch bei den Großmärkten der Trend zu vegetarischen und veganen Produkten langsam aber beständig wächst.

Die schädlichste Industrieware wird so platziert und vermarktet, dass sie “attraktiv” erscheint. Minderwertiges Spielzeug und Unmengen an Süßigkeiten sind an Kassen und Hauptwegen so angeordnet, dass vor allem die Kinder zugreifen sollen. Nirgends sind die Dinge so aufgestellt, dass sie die Menschen zu einer besseren Gesundheit führen oder ihnen Schönheit und Freude bringen. In vielen Supermärkten läuft dann oft noch im Hintergrund der eigene Radiosender mit nervender Musik und noch nervender Eigenwerbung. Kaufen, kaufen, kaufen…

Also versuchen wir nur noch so selten wie möglich in große Supermarktketten zu gehen und unsere Lebensmittel überwiegend direkt beim Bauern oder Bio-Laden zu kaufen. Der Verbraucher entscheidet, was produziert wird und in den Regalen steht. Und wir sollten uns immer fragen, was wir in unserem Leben unterstützen möchten.

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