Kinder Medien

Der Star Wars – Wahnsinn

17. Dezember 2015

Ich bringe meine Tochter in den Kindergarten, und sehe überall vor allem Jungen mit Merchandising-Artikeln von Star Wars. Egal ob Rucksäcke, Anziehsachen, Brotdosen oder Bücher. Wir gehen in einen Schuhladen, wo uns bereits am Eingang die übergroße Figur eines Klonkriegers empfängt. Und 20 min später wird ein ca. sechsjähriger Junge an der C & A Kasse gefragt, ob er eine Star Wars- Maske aus Pappe haben möchte. In sämtlichen Supermärkten, Tankstellen, Fast Food-Ketten, Online-Versandhäusern und auch in vielen Geschäften, die ich bisher als neutral eingestuft hatte, finden sich Star Wars Produkte: Aufsteller, Geschenkartikel und Kleidung, um nur einiges zu nennen. Star Wars, Star Wars überall.

Wenn das nun schon uns trotz unserer doch sehr ausgeprägten Medienabstinenz auffällt, möchte ich mir lieber nicht vorstellen, wie sehr die “normalen” Menschen mit Star Wars- Werbung zubombardiert werden. Also die Menschen, die noch täglich vor dem Fernseher sitzen, Radio hören und die gängigen Mainstream- Zeitschriften lesen.

Ein solch aggressives und allumfassendes Marketing habe ich bisher noch nicht erlebt. Es wird versucht, durch die Omnipräsenz wirklich jeden zu erreichen. Ich fände es vor allem interessant zu erfahren, welche Geldsummen hier investiert wurden. Sicherlich mehr als die üblichen paar Millionen.

Noch vor wenigen Tagen war ich genervt über den „Star Wars-Wahnsinn“, mittlerweile finde ich das ganze aber sehr interessant. Viele Menschen kaufen die Produkte für sich und vor allem für ihre Kinder, obwohl sie dies unter normalen Umständen nie tun würden. Hier zeigt sich, wie grandios effektiv diese Werbemaschinerie läuft. Vor allem dort, wo die Leute noch sehr stark in den alten Mustern und Strukturen verankert sind und sich ihrer eigenen Verantwortung und ihres eigenen Selbst nicht bewusst sind. „Das sehe ich gerade überall. Mein Kind findet das toll. Da kann es ja nicht schlecht sein. Ich kaufe es.“ Ohne darüber zu reflektieren, ob diese Produkte nun sinnvoll sind. Und ohne zu hinterfragen, ob sie wirklich das eigene Leben bereichern, werden sie konsumiert. Sie sind ja gerade “in“.

Ich selbst bin seit meiner Jugend ein großer Science-Fiction-Fan. Ich habe sowohl Star Trek als auch Star Wars geliebt und die Filme schon mehrfach gesehen. Aber ich habe sie geschaut, weil sie gut waren. Weil ich fasziniert von den Sternenvölkern und dem Agieren auf intergalaktischer Ebene war. Weil vor allem auch aus spiritueller Sicht viel versteckte Weisheit und Wahrheit in diesen Filmen zu finden ist und sich unsere Seele durch diese Filme an ihre eigene Sternenherkunft erinnern darf.

Ich habe sie nicht geschaut, weil ich von allen Seiten mit den Themen “zugedröhnt ” und durch die permanente Werbung “Gehirn gewaschen ” wurde. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir den Film jetzt sowieso im Kino angesehen, einfach, weil ich für dieses Genre ein Faible habe.

Die Kinder (vor allem im Kindergartenalter oder jünger) können damit allerdings nichts anfangen. Ihnen fehlt der Bezug zu den Filmen und zur Handlung. Sie machen dann einfach das nach, was ihnen vorgelebt wird. Sie zeigen stolz bei den anderen Kindern der Kindergartengruppe ihren Star Wars-Rucksack und fühlen sich als etwas Besonderes. „Schaut her. Ich habe auch so etwas, was gerade überall in der Werbung läuft.“ Damit wird der Grundstein für das Markenbewusstsein gelegt und es beginnt sich im Verborgenen die Haltung zu manifestieren, dass ich nur „wer bin“, wenn ich mir diese Sachen leisten kann.

Wenn ich meine Tochter dann vom Kindergarten abhole und sie anfängt, mir über „Lego Star Wars“ zu erzählen und dass sie auch gerne so etwas möchte, liegt es an meinem Mann und mir ihr zu vermitteln, dass sie das nicht braucht. Gleichzeitig können wir aber auch diese Gelegenheit nutzen, um mit ihr über das Universum, Sternennationen, aufgestiegene Völker und Raumschiffe zu reden – Themen, die vom Mainstream ja kurioserweise als „Blödsinn“ abgestempelt werden (das Ganze ist so absurd wie zu Weihnachten: den Kindern wird überall vom Weihnachtsmann und Nikolaus erzählt, aber Elfen, Feen und Natur-Devas gibt es natürlich nicht. Dabei kenne ich niemanden, der die ersten wirklich gesehen hat, letztere hingegen werden von tausenden medialen Menschen tagtäglich wahrgenommen). Indem wir dies versuchen, öffnen wir auch bei unserer Tochter wieder ihre Wahrnehmung für Welten, die sie durch die Geburt zunächst vergessen hat.

Alles ist gemeinsame Schöpfung. Und hinter allem steckt ein tieferer Sinn.

Wenn sich nun auch Menschen den Film anschauen, die bisher nie an Sternennationen glaubten, kann sich durch den Film etwas in ihrem Energiefeld ändern. Kino-Bilder haben eine mächtige visuelle Kraft. Und wenn sich die Wahrnehmung dieser Menschen dadurch auch für das Verborgene im „normalen“ Leben öffnen kann, hat die permanente Werbung ja doch eine gute Seite gehabt.

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